Puccinia cf. alnetorum
Verfasst: So 15. Feb 2026, 11:50
Hallo zusammen,
ich habe mir für heuer vorgenommen, auch ein wenig in das Feld der Rostpilze einzutauchen. Daher habe ich von meinem letzten Gang auch diesen Pilz aus dem Auwald von Gaißau auf Schilf zur näheren Untersuchung mitgenommen.
Im Buch von Julia Kruse finde ich auf Schilf (Phragmites australis) als mögliche Kandidaten aus der Gattung Puccinia: P. phragmitis, P. graminis, P. magnusiana und P. alnetorum.
Zu P. phragmitis (Schilf-Schwarzrost): Hierzu habe ich auf der Seite von Matevž Koncilja https://www.marn.at/Index-Pilzklassen/B ... mikro.html Bilder von den Teleutosporen zusammen mit dem Kommentar gefunden, dass bei P. phragmitis die Zellwand an der Spitze unterbrochen ist. Das passt auch sehr gut zur Abbildung 1907 in Ellis und Ellis. Etwas irritieren mich jedoch die Bilder in der Mykologischen Datenbank https://pilzdaten-austria.eu/#tax/302062 zu diesem Pilz, die diese Unterbrechung in der Spitze nicht zeigen. Dennoch würde ich diesen Pilz ausschließen.
Zu P. graminis (Getreide-Schwarzrost): Auch dazu habe ich im Internet unter https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... 744225.jpg Bilder gefunden, welche auch zur Abbildung 1733 im Ellis und Ellis passen. Da die Spitze hier rundlich bis abgestutzt ist, schließe ich auch diesen Pilz aus.
Bzgl. Unterscheidung der beiden verbleibenden Arten bin ich auf die Beschreibung von Ernst Gäumann gestoßen https://www.zobodat.at/pdf/Hedwigia_80_ ... 8-0140.pdf. Dieser hebt den Unterschied von P. alnetorum zu P. magnusiana (Schilf-Braunrost) wie folgt hervor: "Auch in der Gestalt weichen die Teleutosporen in ihrer Mehrzahl von denjenigen der Puccinia magnusiana ab. Ihr Scheitel ist meist verjüngt und läuft meist in einer rundlichen, zuweilen schiefen Spitze aus (Abb. 1); seltener ist er gerundet oder abgestutzt. Bei der Puccinia magnusiana ist er dagegen meistens gerundet oder abgestutzt und nur ausnahmsweise vorgezogen."
Maße für die Teleutosporen werden von Gäumann für P. alnetorum mit 52.5 x 19.5 um (Q = 2.69) angegeben. Somit sind diese im Vergleich zu P. magnusiana (44.2 x 22.2 um, Q = 1.99) doch deutlich größer und schlanker.
Ich messe bei meinem Exemplar eine Größe von 55.6-66.8 x 15.5-19.3 um (Q = 3.0-4.0). Das ist größer als die von Gäumann angegebenen Werte, aber laut Reinhard Berndt https://www.zobodat.at/pdf/Carolinea_57_0057-0064.pdf können die Teleutosporen von P. alnetorum sogar Längen von 70 um erreichen.
Ich denke daher, dass es sich bei meinem Fund vor allem aufgrund der Form mit den meist verjüngten Scheiteln um P. alnetorum handeln dürfte. Diese Art führt einen Wirtswechsel auf Waldreben (Clematis) durch. Auf diesen wird er auch im sehr interessanten Pilzportrait von Hansjörg (https://pilze-vorarlberg.at/pilz/puccinia-alnetorum) dargestellt. Das faszinierende der Rostpilze sind meiner Ansicht nach eben diese unterschiedlichen Erscheinungsformen auf den beiden Wirten. Für mich dann auch eine Motivation, sich mehr mit den Rostpilzen zu beschäftigen. Vielleicht gelingt uns ja auch im Laufe des Jahres noch der Nachweis diese Pilzes auf Waldreben im Rheinholz bei Gaißau.
Gruß,
Bernhard
ich habe mir für heuer vorgenommen, auch ein wenig in das Feld der Rostpilze einzutauchen. Daher habe ich von meinem letzten Gang auch diesen Pilz aus dem Auwald von Gaißau auf Schilf zur näheren Untersuchung mitgenommen.
Im Buch von Julia Kruse finde ich auf Schilf (Phragmites australis) als mögliche Kandidaten aus der Gattung Puccinia: P. phragmitis, P. graminis, P. magnusiana und P. alnetorum.
Zu P. phragmitis (Schilf-Schwarzrost): Hierzu habe ich auf der Seite von Matevž Koncilja https://www.marn.at/Index-Pilzklassen/B ... mikro.html Bilder von den Teleutosporen zusammen mit dem Kommentar gefunden, dass bei P. phragmitis die Zellwand an der Spitze unterbrochen ist. Das passt auch sehr gut zur Abbildung 1907 in Ellis und Ellis. Etwas irritieren mich jedoch die Bilder in der Mykologischen Datenbank https://pilzdaten-austria.eu/#tax/302062 zu diesem Pilz, die diese Unterbrechung in der Spitze nicht zeigen. Dennoch würde ich diesen Pilz ausschließen.
Zu P. graminis (Getreide-Schwarzrost): Auch dazu habe ich im Internet unter https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... 744225.jpg Bilder gefunden, welche auch zur Abbildung 1733 im Ellis und Ellis passen. Da die Spitze hier rundlich bis abgestutzt ist, schließe ich auch diesen Pilz aus.
Bzgl. Unterscheidung der beiden verbleibenden Arten bin ich auf die Beschreibung von Ernst Gäumann gestoßen https://www.zobodat.at/pdf/Hedwigia_80_ ... 8-0140.pdf. Dieser hebt den Unterschied von P. alnetorum zu P. magnusiana (Schilf-Braunrost) wie folgt hervor: "Auch in der Gestalt weichen die Teleutosporen in ihrer Mehrzahl von denjenigen der Puccinia magnusiana ab. Ihr Scheitel ist meist verjüngt und läuft meist in einer rundlichen, zuweilen schiefen Spitze aus (Abb. 1); seltener ist er gerundet oder abgestutzt. Bei der Puccinia magnusiana ist er dagegen meistens gerundet oder abgestutzt und nur ausnahmsweise vorgezogen."
Maße für die Teleutosporen werden von Gäumann für P. alnetorum mit 52.5 x 19.5 um (Q = 2.69) angegeben. Somit sind diese im Vergleich zu P. magnusiana (44.2 x 22.2 um, Q = 1.99) doch deutlich größer und schlanker.
Ich messe bei meinem Exemplar eine Größe von 55.6-66.8 x 15.5-19.3 um (Q = 3.0-4.0). Das ist größer als die von Gäumann angegebenen Werte, aber laut Reinhard Berndt https://www.zobodat.at/pdf/Carolinea_57_0057-0064.pdf können die Teleutosporen von P. alnetorum sogar Längen von 70 um erreichen.
Ich denke daher, dass es sich bei meinem Fund vor allem aufgrund der Form mit den meist verjüngten Scheiteln um P. alnetorum handeln dürfte. Diese Art führt einen Wirtswechsel auf Waldreben (Clematis) durch. Auf diesen wird er auch im sehr interessanten Pilzportrait von Hansjörg (https://pilze-vorarlberg.at/pilz/puccinia-alnetorum) dargestellt. Das faszinierende der Rostpilze sind meiner Ansicht nach eben diese unterschiedlichen Erscheinungsformen auf den beiden Wirten. Für mich dann auch eine Motivation, sich mehr mit den Rostpilzen zu beschäftigen. Vielleicht gelingt uns ja auch im Laufe des Jahres noch der Nachweis diese Pilzes auf Waldreben im Rheinholz bei Gaißau.
Gruß,
Bernhard