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Peroneutypa scoparia

Verfasst: So 29. Mär 2026, 13:43
von Bernhard
Editiert am 30.03.: Titel geändert von Cytospora? auf Peroneutypa scoparia

Hallo zusammen,

hier noch ein Fund von der gestrigen Exkursion. Der Pilz besteht aus Grüppchen von dunklen, hervorbrechenden Perithecienhälsen.
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Ich denke, dass es sich beim Substrat auch aufgrund des weißen, styroporartigen Marks in der Astmitte um Hollunder (Sambucus) handelt.
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Hier noch ein Querschnitt durch den Pilz.
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Die Sporen sind hyalin, allantoid und 4.3-5.0 x 1.2-1.6 um groß mit einem Q-Wert von 2.9-3.5.
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In einer ersten Recherche bin ich in Fungi of Temperate Europe auf Cytospora abietis gestoßen, welche nach der Beschreibung meinem Fund makroskopisch und mikroskopisch sehr ähnlich ist, aber aufgrund des Substrats Nadelholz (Fichte, Tanne, etc.) wohl nicht in Frage kommt. Es könnte aber zumindest ein Hinweis auf die Gattung sein.

Gibt es von euch eine Idee, um welche Art es sich hier handeln könnte? Ansonsten würde ich ihn einfach auf Pilzfinder stellen.

Gruß,
Bernhard

Re: Peroneutypa scoparia

Verfasst: Mo 30. Mär 2026, 18:48
von Bernhard
Hallo zusammen,

von Andreas habe ich den Tipp bekommen, mit Peroneutypa scoparia zu vergleichen.

Bei der Gattung Peroneutypa sind die Perithecien flaschenförmig bis rundlich, schwarz, mit einer langen Papille; zu 2–8 Exemplaren in einer Schicht in ein schwarzes Stroma eingebettet. Die Papillen sind oft voneinander weggebogen und brechen gemeinsam durch eine stromatische Scheibe hervor. Zudem sind die Asci keulenförmig, lang gestielt, dünnwandig, an der Spitze abgeflacht, mit einem deutlichen bis vagen Apikalring, J+ oder J–, Maße: 10–28 x 5–7 um. Die Sporen sind zylindrisch gebogen (allantoid), farblos bis gelblich, Maße: 3–7 x 1–2 um.

Ich habe noch die Asci gemessen und komme auf 18.9-24.3 x 4.0-4.7 um. Jodreaktion konnte ich keine feststellen, d.h. IKI-.
Die Beschreibung der Gattung passt daher sehr gut zu meinem Fund.

Zur Art P. scoparia habe ich folgendes gefunden:
Asci: (18–)20–24(–28) x (2.9–)3.8–5(–6.5) um, 8-sporig, unitunicat, urnenförmig, lang gestielt, apikal abgerundet bis gestutzt, mit einem J– (J-negativen) subapikalen Ring.
Ascosporen: (3–)3.7–4.5(–5) x (1–)1.4–1.7(–2) um, überlappend 1–2-reihig angeordnet (seriat), hyalin bis blass gelblich, länglich bis allantoid (würstchenförmig), manchmal leicht gebogen, unseptiert (ohne Trennwände), glattwandig, mit kleinen Guttulen (Öltröpfchen).

Auch das passt sehr gut. Zudem ist P. scoparia die einzige Art dieser Gattung, die in der Mykologischen Datenbank bisher dokumentiert wurde. Daher wird es wohl diese sein.

Gruß,
Bernhard

Re: Peroneutypa scoparia

Verfasst: Mo 30. Mär 2026, 22:40
von Uschi
hallo Bernhard,
sehr schöne Fotos hast du da und wie immer genau und professionell beschrieben - danke dafür. Scheint laut Datenbank nicht so selten zu sein. Die einzigen drei Funde aus Vlbg. sind von Andreas. Beim Substrat scheint die Art nicht wählerisch zu sein.

LG Uschi