Gerade wenn es so trocken ist, wie die letzten Wochen, bieten sich im Frühjahr die kürzlich ausgeaperten Flächen an, nach Kleinzeugs Ausschau zu halten. So hab ich letzte Woche an den Nordhängen des Hochhäderich im Weidengebüsch u.a. zwei nivicole Schleimpilze gefunden.
Diderma niveum - Schneebank-Stielstäubling
auf toten Ästchen am Boden und auf lebenden Blättern der Bewimperten Alpenrose. Mit doppelter reinweißer Peridie und braunen warzigen Sporen
Lamproderma sauteri - Sauter's Glanzkügelchen
Auf einem Pflanzenstängel am Rand eines Weidengebüsches auf der Weide mit wundervollen, metallisch schillernden Fruchtkörpern. Ist die am häufigsten gefundene Art der Gattung und wurde in Vorarlberg bisher hauptsächlich von Wolfgang Nowotny kartiert.
Linospora saligna
Auf der Oberseite eines Weidenblattes. Die dunklen linsenförmigen Fruchtkörper sind ca. 0.5mm im Durchmesser, aber trotzdem recht auffällig. Die langen dünnen Sporen hab ich mit (130-150x2.1-2.3) gemessen, der Appikalapparat des Ascus färbt in Kongo rot und ist auch in Wasser gut sichtbar.
In Vorarlberg 2024 von Norbert am Fallersee erstmals gefunden und von Björn bestimmt.
Am Bullerschkopf neben der Winterstaude konnte ich im Grünerlengebüsch an abgefallenen Zweigen folgendes finden:
Melanconis alni
Kennzeichnend sind die hyalinen, einfach septierten Sporen mit langen hyalinen Anhängseln
Bei der Untersuchung der Äste mit der Stereo Lupe ist mir ein kleines stecknadelartiges Pilzchen ins Auge gesprungen, welches ich dann an mehreren Ästen finden konnte, sogar ein paar Tage später wieder auf der Hohen Kugel! Scheint als sehr häufig zu sein.
Phaeocalicium compressulum - Grünerlen-Schwarzkelchpilzchen
Ein lichenisieter coniocarper Pilz mit keilförmig verbreiteter, stark abgeflachter Spitze
Auf einem dickeren Ast im Schnee war wieder ein kleines weiß behaartes Becherchen mit oranger Fruchtschicht zu sehen. Ich denke, dass es sich hier um ganz junge Fruchtkörper dieser Gattung handeln müsste.
Capitotricha bicolor/fagiseda - Kristallhaarbecherchen
Die Kristalle an den Haarspitzen, die Farbe der Fruchtschicht sprechen dafür. Das Vorkommen auf Holz sprechen für C. bicolor. Allerdings könnte es auch C. fagiseda sein, das Buchenfruchtschalen-Kristallhaarbecherchen (zur Erinnerung: Renates Bestimmung kürzlich vom Fallersee). Zotto hat die Art auch schon auf Grünerlenästen kartiert. Sukova (2005) unterscheidet anhand der Sporenlänge und dem Substrat, aber ich habe keine Sporen finden können.
An der Schneegrenze im Bregenzerwald
An der Schneegrenze im Bregenzerwald
Re: An der Schneegrenze im Bregenzerwald
hallo Andreas,
schöne Funde hast du da, danke fürs zeigen. In dem Fall war das an der Schneegrenze vom alten Schnee wenn du ausgeapert schreibst. Grundsätzlich sind solche Stellen immer interessant, da kann man auch Lorcheln finden. Die haben heuer nach meiner Erfahrung etwas ausgelassen.
LG Uschi
schöne Funde hast du da, danke fürs zeigen. In dem Fall war das an der Schneegrenze vom alten Schnee wenn du ausgeapert schreibst. Grundsätzlich sind solche Stellen immer interessant, da kann man auch Lorcheln finden. Die haben heuer nach meiner Erfahrung etwas ausgelassen.
LG Uschi
Re: An der Schneegrenze im Bregenzerwald
Hallo Andreas,
tolle Funde. Herzlichen Dank fürs Teilen hier im Forum. Vielleicht unternehmen wir bei Gelegenheit wieder einmal etwas. Kann auch an der Schneegrenze sein, aber die ist jetzt doch schon recht weit oben.
Gruß,
Bernhard
tolle Funde. Herzlichen Dank fürs Teilen hier im Forum. Vielleicht unternehmen wir bei Gelegenheit wieder einmal etwas. Kann auch an der Schneegrenze sein, aber die ist jetzt doch schon recht weit oben.
Gruß,
Bernhard