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Ascobolus archeri > carbonarius

Verfasst: So 25. Mai 2025, 10:10
von Bernhard
Hallo zusammen,

irgendwie ist noch ein Ascobolus, den Björn bei der gestrigen Mai-Exkursion in Damüls auf der unteren Brandstelle gefunden hat, in meine Hände geraten.
IMG_2655.JPG

Die Sporen sind violett, ellipsoid und besitzen ein gleichmäßiges Muster von runden Warzen. Sie sind ohne Warzen [18.3-19.8] x [10.0-10.8] um groß und haben einen Quotient von Q = [1.7-2.0].
20250524-173129-14M.jpg
20250524-171622-06M.jpg

Für die Bestimmung habe ich den Schlüssel in der Monografie von Brummelen: "A World-Monograph of the Genera Ascobolus and Saccobolus" auf Seite 95 verwendet: 1) Ascosporen ellipsoid > 4) Episporium ohne Spaltenmuster > 27) Ascosporen länger als 10 um > 28) Fruchtkörper bräunlich, nicht weiß > 30) Ascosporen ellipsoid, warzig > 31) Ascosporen punktiert oder warzig > 32) Ascosporen weniger als 30 um lang, Episporium eher grob-warzig, auf Holzkohle oder verbranntem Boden > 33) gleichmäßiges Muster von runden Warzen, ohne verkürzte Enden > 40) Ascobolus archeri
Brummelen_Archerii.png

Ähnlich wäre noch A. carbonarius, an dem ich aber eine an den Enden abgeflachtere Sporenform und ein unregelmäßigeres Warzenmuster erwarten würde. Beide Abbildungen stammen aus der oben genannten Monographie von Brummelen.
Brummelen_Carbonarius.png

Ich gehe davon aus, dass Björn diesen ohnehin auch noch bestimmen wird. Dann sehen wir, ob ich richtig liege oder irgendwo falsch abgebogen bin.

Gruß,
Bernhard

Re: Ascobolus archeri

Verfasst: So 25. Mai 2025, 11:58
von Uschi
hallo Bernhard,
super dass du schon Funde hinein stellen konntest. Ich war gestern Abend auf einer Geburtstagsfeier und bin deshalb noch zu nichts gekommen.
Laut Björn ist das (auch nach deinen Sporen) eindeutig Ascobolus carbonarius. An den Sporenpolen sieht man eine Art "Kamm" sowohl im Bild aus der Literatur als auch auf deinem Bild. Die Sporenbreite sei da eher nicht so wichtig wie dieses Merkmal. Auf Brandstellen kämen überhaupt nur 2 Arten von Ascobolus in Frage. Die zweite wäre A. minutus. Für mich selber ist das auch oft nicht einfach die Mikrobilder richtig zu interpretieren. Das ist v. a. Übungssache.

Die Fotos der Rindenpilze sind sehr schön geworden. Die Nadelstinkschwindlinge sind eigentlich nicht auf Erde, sondern sitzen auf den Fichten-Nadeln.

Ich bin gespannt, was von dir noch kommt. Ich hoffe, ich schaffe auch noch Ergänzungen und ich denke Andreas wird da auch noch etwas dazu beitragn.

LG Uschi

Re: Ascobolus archeri

Verfasst: So 25. Mai 2025, 12:46
von Bernhard
Hallo Uschi,

herzlichen Dank für die Abklärung. Dann habe ich das Muster an den Sporenpolen doch falsch interpretiert. Korrigiere ich gleich. Nur als Bemerkung: A. archeri soll zumindest laut van Brummelen schon auch auf Holzkohle vorkommen.

Gruß,
Bernhard

Re: Ascobolus archeri > carbonarius

Verfasst: Fr 30. Mai 2025, 23:40
von bwergen
Hallo,

hier muss ich nochwas korrigieren:
es muss Ascobolus pusillus heißen, nicht A. minutus. Es handelt sich hierbei um eine kleinsporige Art, die wohl ausschließlich auf Brandstellen zu finden ist und damit neben A. carbonarius eine der beiden Arten dieser Gattung, die nur an Brandstellen vorkommen.

Was A. archeri angeht, so dürfte es sich hierbei um einen Bewohner von temporär überfluteten Sedimentschichten handeln (ähnlich Selenaspora guernisacii), die nur gelegentlich auf Brandstellen gefunden werden, wenn diese temporär überflutet sind (in Damüls gab es weiter unten eventuell eine solche Brandstelle in der Nähe eines Bachlaufs). Der Fund von A. archeri aus Innerlaterns hatte nichts mit einer Brandstelle zu tun.