Hallo,
hier noch die Fotos aus der "Vorarlberg-Woche" im Mai 2025. Ich habe alle Funde bearbeitet, es gibt kein übriggebliebenes Material meinerseits, was sich zur Dokumentation noch gelohnt hätte oder was wir nicht ohnehin schon im Feld aufgeschrieben haben.
Weiden-Runzelschorf, Rhytisma salicinum
Bestimmbar anhand des Substrats (Salix) sowie an den schwarzen, bei Reife sich öffnenden Fruchtkörpern. Ähnlich strukturiert wäre auch der Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum) an Bergahorn sowie der Rosmarinheiden-Runzelschorf (Rhytisma andromedae) an Rosmarinheide.
Mennigfarbener Borstling, Melastiza cornubiensis (Syn.: M. chateri)
Rote Becherlinge zwischen 5 und 25 mm breite sind folgende:
Scutellinia, mit braunen bis schwarzen, abstehenden, wurzelnden und spitzen Randborsten
Melastiza, mit kaum abstehenden, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Spooneromyces, mit hellbraunen, stumpfen Randhaaren, die nicht wurzeln, deren Basis aber blasig verdickt ist
Aleuria, mit hyalinen, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Octospora humosa, mit stumpfen, hellen, nicht wurzelnden Randhaaren. Moosparasiten!
Pulvinula laeterubra, mit kugeligen, glatten Sporen
Schmalborstiges Haarbecherchen, Lachnum tenuipilosum
Merkmalskombination: Guttulen (VBs) in Haaren und Paraphysen + Haken vorhanden + keine Kristalle + Sporengröße + Substrat (monokot.)
Wentiomyces fimbriatus
Sehr kleine Fruchtkörper (weniger als 100 µm) + verzweigende Borsten auf der Fk-Oberfläche oder um die Mündung herum führen zu den Gattungen Wentiomyces, Taphrophila und Trichosphaerella (Sordariomycetes). Die Unterscheidung ist simpel:
Wentiomyces: kleine, einfach septierte Sporen
Taprophila: lange, mehrfach septierte Sporen
Trichosphaerella: kugelige Sporen
Trichophaea contradicta (neu für Ö)
Der Pilz hat keinen deutschen Namen, gehört zur Gattung der Braunhaar-Borstlinge (Trichophaea) und erscheint wohl ausschließlich auf Brandstellen. Er unterscheidet sich von den ähnlichen Anthracobia-Arten durch verschiedengestaltige Haare (sowohl längere, spitze als auch stumpfe, sowohl hyaline als auch bräunliche) sowie dann auch durch eine haarige Außenseite (bei Anthracobia ist nur der Rand behaart).
Gelbockerlicher Brandstellen-Becherling, Anthracobia melaloma
Lachnum reynoutriae nom prov
Merkmalskombination: keine Guttulen (VBs) + keine Haken + keine Kristalle + kleine Sporen + Substrat (dikot.)
Keine offiziell beschriebene Art, allerdings anhand der Merkmale klar erkennbar.
Kraushaariges Urnenbecherchen, Urceolella carestiana
Typischer Farnbewohner, von dem es allerdings mindestens 4 verschiedene Varianten gibt, die nicht offiziell beschrieben sind. Korrekt gesagt, handelt es sich um einen Artenkreis (U. carestiana agg.).
Urceolella crispula
Moos-Flachkeulchen, Acrospermum adeanum
Die Art ist nicht neu für Österreich, aber neu für Vorarlberg und zudem in der Datenbank ohne Funddaten (zumindest vor 1983).
Sie wurde an Schlafmoos (Hypnum cupressiforme) gefunden, ein häufiges, besonders an Bäume hochwachsendes Moos. Vielleicht öfter nach braunen Stellen suchen.
Pleospora (Dictyotrichiella) delicatula
Wächst auf der Unterseite von Blättern von Filzigem Hornkraut (Cerastium tomentosum), wahrscheinlich gar nicht selten, aber sehr klein (<100 µm). Typisch und eindeutig anhand der 3fach quer- und einfach längsseptierten, gelbbraunen Sporen zu erkennen.
Björn
Vorarlberg 25(1)
Vorarlberg 25(1)
Re: Vorarlberg 25(1)
Grossartige Fotos und danke dass Du diese spannenden Funde mit uns teilst. Zeigt mir wieder einmal mehr, wieviel es noch zu entdecken gibt. Ich sag nur hammergut.
Thomas
Thomas
Re: Vorarlberg 25(1)
hallo Björn,
danke für deinen lehrreichen und interessanten Beitrag. Ich denke, damit werden andere motiviert, sich auch mit solch "Kleinzeugs" zu beschäftigen. Im Feld wird das doch oft vernachlässigt, wenn solche profunden Kenner nicht dabei sind.
LG Uschi
danke für deinen lehrreichen und interessanten Beitrag. Ich denke, damit werden andere motiviert, sich auch mit solch "Kleinzeugs" zu beschäftigen. Im Feld wird das doch oft vernachlässigt, wenn solche profunden Kenner nicht dabei sind.
LG Uschi
Re: Vorarlberg 25(1)
Hallo Björn,
herzlichen Dank für diese hervorragende Zusammenstellung. Ich weiß nicht, was mich mehr beeindruckt: die ausgezeichneten Fotos oder die sehr lehrreichen Kurzbeschreibungen. Vor allem handelt es sich nicht um irgendwelche Pilzdarstellungen in sehr hoher Qualität, sondern um Pilze die man tatsächlich bei uns im Land finden kann. Ich habe es heute morgen sehr gerne gelesen, bevor ich mich frisch motiviert in den Wald aufgemacht habe.
Ich hoffe, du selbst bist auch mit der Ausbeute aus deinem Besuch bei uns zufrieden und beehrst uns bald wieder.
Gruß,
Bernhard
herzlichen Dank für diese hervorragende Zusammenstellung. Ich weiß nicht, was mich mehr beeindruckt: die ausgezeichneten Fotos oder die sehr lehrreichen Kurzbeschreibungen. Vor allem handelt es sich nicht um irgendwelche Pilzdarstellungen in sehr hoher Qualität, sondern um Pilze die man tatsächlich bei uns im Land finden kann. Ich habe es heute morgen sehr gerne gelesen, bevor ich mich frisch motiviert in den Wald aufgemacht habe.
Ich hoffe, du selbst bist auch mit der Ausbeute aus deinem Besuch bei uns zufrieden und beehrst uns bald wieder.
Gruß,
Bernhard
Re: Vorarlberg 25(1)
Wow!
Danke Björn für den Beitrag!
Immer wieder höchst erstaunlich, welch faszinierendes Kleinzeugs Du entdeckst.
Danke Björn für den Beitrag!
Immer wieder höchst erstaunlich, welch faszinierendes Kleinzeugs Du entdeckst.
Re: Vorarlberg 25(1)
Hallo Andreas,
vielen Dank, aber der Ruhm gebührt immer dem gesamten Team. Ich würde keinen der Funde als 'meine eigenen' darstellen, sondern immer als 'Team Vorarlberg'. Andernfalls müsste man jeden einzelnen Fund aufschlüsseln wer ihn zuerst gesehen hat. Das finde ich etwas mühsam.
Als Bestimmer oder derjenige, der die Funde aus fachlicher Sicht bestätigt, trete ich aber gerne auf.
lg Björn
vielen Dank, aber der Ruhm gebührt immer dem gesamten Team. Ich würde keinen der Funde als 'meine eigenen' darstellen, sondern immer als 'Team Vorarlberg'. Andernfalls müsste man jeden einzelnen Fund aufschlüsseln wer ihn zuerst gesehen hat. Das finde ich etwas mühsam.
Als Bestimmer oder derjenige, der die Funde aus fachlicher Sicht bestätigt, trete ich aber gerne auf.
lg Björn